Pyrrolurie


Die Pyrrolurie ist eine Eiweiß-Stoffwechselstörung, die zu den unterschiedlichsten Symptomen seelischer und körperlicher

Art führen kann. Pyrrole sind Abbaustoffe, die im Zusammenhang mit dem Hämoglobin-Stoffwechsel auftreten und

normalerweise zusammen mit den Gallenfarbstoffen im Stuhl ausgeschieden werden. Bei einem Pyrroluriker fallen zu viele

freie Pyrrole an, die dann als verborgenes Pyrrol, das sogenannte Kryptopyrrol im Urin ausgeschieden werden. Zum

Problem wird diese Erscheinung, weil diese Pyrrole Verbindungen und Vitamin B6 und Zink eingehen und dadurch zu

einem ständig erhöhten B6- und Zink-Verlust führen.


Dieses Phänomen ist angeboren und tritt familiär gehäuft auf. Mitunter findet man zusammen mit der Pyrrolurie auch ein

erniedrigtes Immunglobulin A (IgA) im Blutserum.


Als Folge der Eiweißverwertungsstörung arbeitet das Immunsystem nicht optimal (Antikörper bestehen ebenfalls aus

Eiweißen). Außerdem werden eiweißhaltige Nahrungsmittel weniger gut vertragen.


Auf Grund des Vitamin B6-Mangels kann das allergieauslösende Histamin nicht genügend abgebaut werden (vgl.

Histadelie - beide Typen können kombiniert auftreten). Dadurch treten Schein-Allergien auf, z.B. gegen Pollen oder

Nahrungsmittelbestandteile.

Ebenfalls wegen des B6- Mangels wird die Nervenbotenstoffbildung (Neurotransmitter) eingeschränkt, was sich am

meisten auf das Serotonin auswirkt. Durch Serotoninmangel treten Konzentrations-, Denk-, Warnehmungs- und

Lernstörungen auf. Ebenso gehen Kopfschmerzen, Migräne, psychische Erkrankungen, sogar Darm- und

Gelenkbeschwerden, niedriger Blutdruck und kalte Füße mit auf das Konto des Serotoninmangels.

Somit ist die Pyrrolurie eine Störung, die sich sehr vielfältig ausdrücken kann und deren Bedeutung ebenfalls weit über

den engeren Bereich der Behandlung psychischer Erkrankungen hinausgehen kann. Charakteristisch ist in allen Fällen die

außerordentliche Stressempfindlichkeit, das heißt Stress und außergewöhnliche Belastungen führen zur Dekompensation

der Pyrrolurie.



Diagnose


Eine Pyrrolurie kann durch einen einfachen Urintest in unserem Speziallabor nachgewiesen werden. Bei einem

Kryptopyrrolwert von mindestens 15 µg/dl Urin spricht man von einer Pyrrolurie.